Geistliches Wort
zum 24. Sonntag im Jahreskreis


11.9.2020

Liebe Gläubigen unserer Wallfahrtskirche St. Maria in der Kupfergasse!

Zur „Halbzeit“ unserer diesjährigen Festwoche zur Schwarzen Muttergottes blicke ich voll Dankbarkeit zurück auf den bisherigen Verlauf mit eindrucksvollen Predigten, würdiger Liturgie, festlicher Kirchenmusik und unter Corona-Bedingungen reger Teilnahme. Am Fest Mariä Geburt, den 8. September, konnten wir den 345. Weihetag der Lauretanischen Kapelle begehen. Am Sonntag, den 13. September wollen wir die Festoktav abschließen mit einem feierlichen Pontifikalamt, das Seine Exzellenz Weihbischof Dr. Dominikus Schwaderlapp um 18 Uhr zelebrieren wird.

Die Wort-Gottes-Verkündigung an diesem 24. Sonntag im Jahreskreis ist geprägt von Schuld, Vergebung und Sterben. Petrus fragt Jesus: Herr, wie oft muss ich meinem Bruder vergeben, wenn er sich gegen mich versündigt? Siebenmal?“ Damit meint er wohl schon ein Höchst-Maß anzulegen. Jesus aber geht weit darüber hinaus: „Nicht siebenmal, sondern siebenundsiebzigmal.“ Damit will er sagen: Hört auf nachzuhalten und aufzurechnen. Seid immer bereit zu vergeben. So sprechen wir ja in jedem „Vater unser“ die fast gefährliche Bitte aus: Vergib uns unsere Schuld wie auch wir vergeben unseren Schuldigern. Wir bitten den Vater, uns in dem Maß zu vergeben wie wir zur Vergebung bereit sind.

Bitten wir Maria, die Mutter der Barmherzigkeit, die Mutter des Friedens und der Einheit um ihre Fürsprache, dass uns dies gelingen möge in der Kirche und unseren Gemeinden und Gemeinschaften, aber auch in der Beziehung zu allen Menschen, denen wir begegnen.

Wenn wir dies beherzigen, kann auch unsere Bitte an die Schwarze Muttergottes um die Einheit der Kirche Jesu im Glauben eine konkrete Chance zur Verwirklichung erhalten.

Mit herzlichen marianischen Segenswünschen

Ihr und Euer Pastor Thomas Vollmer



1. LESUNG  (
27,30-28,7)

Lesung aus dem Buch Sirach

Groll und Zorn, auch diese sind Gräuel und ein sündiger Mann hält an ihnen fest. Wer sich rächt, erfährt Rache vom Herrn; seine Sünden behält er gewiss im Gedächtnis. Vergib deinem Nächsten das Unrecht, dann werden dir, wenn du bittest, deine Sünden vergeben! Ein Mensch verharrt gegen einen Menschen im Zorn, beim Herrn aber sucht er Heilung? Mit einem Menschen gleich ihm hat er kein Erbarmen, aber wegen seiner Sünden bittet er um Verzeihung? Er selbst - ein Wesen aus Fleisch, verharrt im Groll. Wer wird seine Sünden vergeben? Denk an das Ende, lass ab von der Feindschaft, denk an Untergang und Tod und bleib den Geboten treu! Denk an die Gebote und grolle dem Nächsten nicht, denk an den Bund des Höchsten und übersieh die Fehler!

 

2. LESUNG (Röm 14,7-9)

Lesung aus dem Brief des Apostels Paulus an die Gemeinde in Rom

Schwestern und Brüder! Keiner von uns lebt sich selber und keiner stirbt sich selber: Leben wir, so leben wir dem Herrn, sterben wir, so sterben wir dem Herrn. Ob wir leben oder ob wir sterben, wir gehören dem Herrn. Denn Christus ist gestorben und lebendig geworden, um Herr zu sein über Tote und Lebende.

 

Evangelium (Mt 18, 21-35)

Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus

In jener Zeit trat Petrus zu Jesus und fragte: Herr, wie oft muss ich meinem Bruder vergeben, wenn er gegen mich sündigt? Bis zu siebenmal? Jesus sagte zu ihm: Ich sage dir nicht: Bis zu siebenmal, sondern bis zu siebzigmal siebenmal. Mit dem Himmelreich ist es deshalb wie mit einem König, der beschloss, von seinen Knechten Rechenschaft zu verlangen. Als er nun mit der Abrechnung begann, brachte man einen zu ihm, der ihm zehntausend Talente schuldig war. Weil er aber das Geld nicht zurückzahlen konnte, befahl der Herr, ihn mit Frau und Kindern und allem, was er besaß, zu verkaufen und so die Schuld zu begleichen. Da fiel der Knecht vor ihm auf die Knie und bat: Hab Geduld mit mir! Ich werde dir alles zurückzahlen. Der Herr des Knechtes hatte Mitleid, ließ ihn gehen und schenkte ihm die Schuld. Als nun der Knecht hinausging, traf er einen Mitknecht, der ihm hundert Denáre schuldig war. Er packte ihn, würgte ihn und sagte: Bezahl, was du schuldig bist! Da fiel der Mitknecht vor ihm nieder und flehte: Hab Geduld mit mir! Ich werde es dir zurückzahlen. Er aber wollte nicht, sondern ging weg und ließ ihn ins Gefängnis werfen, bis er die Schuld bezahlt habe. Als die Mitknechte das sahen, waren sie sehr betrübt; sie gingen zu ihrem Herrn und berichteten ihm alles, was geschehen war. Da ließ ihn sein Herr rufen und sagte zu ihm: Du elender Knecht! Deine ganze Schuld habe ich dir erlassen, weil du mich angefleht hast. Hättest nicht auch du mit deinem Mitknecht Erbarmen haben müssen, so wie ich mit dir Erbarmen hatte? Und in seinem Zorn übergab ihn der Herr den Peinigern, bis er die ganze Schuld bezahlt habe. Ebenso wird mein himmlischer Vater euch behandeln, wenn nicht jeder seinem Bruder von Herzen vergibt.

 

 

aktualisiert am: 14.09.2020

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