"Eucharistie und Abendmahl"


 
In seinem Pfarrbrief "Montanus" (Ausg.2/2017) beschreibt

Pfarrer Msgr. Johannes Börsch, Pfarrer von Altenberg,

in anschaulischer Weise die wesentlichen Unterschiede zwischen der
Eucharistie in der katholischen Kirche
und dem Abendmahlverständnis der Reformatoren.

Wir danken dem Autor für die
freundliche Genehmigung, den Artikel hier veröffentlichen zu dürfen.


 

"Durch die Konsekration vollzieht sich die Wandlung von Brot und Wein in den Leib und das Blut Christi. Unter den konsekrierten Gestalten von Brot und Wein ist Christus selbst als Lebendiger und Verherrlichter wirklich, tatsächlich und substantiell gegenwärtig mit seinem Leib, seinem Blut, seiner Seele und seiner göttlichen Natur" - so heißt es im Katechismus der Katholischen Kirche von 1993.

Für Martin Luther muss die „Wandlung" von Brot und Wein in Leib und Blut Christi geglaubt werden. Andere Reformatoren wie Zwingli und Calvin distanzierten sich noch weiter von der katholischen Praxis. Sie betonten die Worte „Dieses tut zu meinem Gedächtnis" und feierten das Abendmahl in erster Linie als Gedächtnismahl.

Die Gemeinde gedachte beim Teilen von Brot und Wein an Jesu Gemeinschaft mit den Jüngern, sein Sterben und seine Auferstehung. Nach Calvin ist Christus bei der Abendmahlsfeier durch den Heiligen Geist präsent, aber nicht in Brot und Wein, sondern in der Gemeinschaft (vgl. Wikipedia).

Natürlich müssen auch wir Katholiken an die Gegenwart Jesu Christi in den eucharistischen Gestalten von Brot und Wein glauben. Aber dieser Glaube ist nicht die Voraussetzung dafür, dass der Herr tatsächlich gegenwärtig ist. Voraussetzung ist vielmehr, dass ein Priester oder Bischof, also jemand, der im Sakrament der Weihe dazu bevollmächtigt worden ist, die Worte Jesu Christi „Das ist mein Leib" und „Das ist mein Blut" spricht.

Sakramental geweihte Priester oder Bischöfe aber gibt es nur in den (katholischen, orthodoxen und orientalischen) Kirchen, die in dieser Tradition auf die frühe Christenheit zurückgehen.

Voraussetzung für den Empfang der Eucharistie (Kommunion) ist außer dem Glauben das Freisein von schwerer Schuld. Wer als Nicht-Katholik die Hl. Kommunion empfängt, tritt im Grunde genommen der katholischen Kirche bei; denn es gibt keine tiefere Einheit mit Jesus Christus und untereinander als in der Kommunion (übersetzt: Einheit).

Johannes Börsch
 

 

aktualisiert am: 26.11.2017

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