Monatsbrief 1/2021




Klaus-Peter Vosen, Pfr.
Diözesanpräses der Theresianischen Familienbewegung
„OmniaChristo“ in der Erzdiözese Köln
Schwalbengasse 12-14, 50667 Köln

Köln, am 1. Januar 2021


Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde,

das Jahr 2021 ist ein bedeutsames Jahr für uns alle, ein besonderes Jubiläum in der Geschichte der Verehrung der heiligen Theresia von Lisieux. Im August vor 100 Jahren, genauer am 14. August 1921, erließ der damalige Papst Benedikt XV. das Dekret über den heroischen Tugendgrad der Theresia Martin, die Erklärung, dass diese junge, 1897 zu Gott berufene Französin die Tugenden des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe in heldenhaftem Maße gelebt habe. Der Heilige Vater verband seinen Schritt, eine wichtige Etappe auf dem Weg der Selig- und Heiligsprechung Theresias, die dann unter seinem Nachfolger Pius XI. 1923 beziehungsweise 1925 tatsächlich erfolgte, mit einer Lobeshymne auf die spätere Kirchenlehrerin, in der er sich ganz auf den Weg der geistlichen Kindschaft, Theresias "Kleinen Weg" bezog. Benedikt XV. stellte diesen Weg als das "Geheimnis der Heiligkeit" vor, einen Schatz und eine Wegweisung für alle Gläubigen des Erdkreises: Der Papst zeigte auf, wie der "Kleine Weg" sich auf Demut, Vertrauen und Hingabe gründet. Er hoffte, dass viele. die Theresia kennenlernen, zur Ehre Gottes sich auch diese Haltungen des "Kleinen Weges" zu eigen machen, ja er gab seiner Überzeugung Ausdruck, dass Gott am Beispiel Theresias zeige, wie sehr er wünsche, dass die Menschen auf dem "Kleinen Weg" zu ihm gelangen.

Celine Martin, im Karmel Schwester Genoveva vom Heiligen Antlitz, meinte später, nicht einmal die Selig- und die Heiligsprechung ihrer Schwester hätten sie so glücklich gemacht wie die öffentliche Anerkennung des "Kleinen Weges" Theresias durch den Stellvertreter Christi. In früheren Jahrhunderten hatte man sich daran gewöhnt, den Begriff der Heiligkeit aus außergewöhnlichen Wunderphänomenen und Bußleistungen im Leben einiger besonderer Christen zu knüpfen. Dass Theresia dagegen im "Kleinen Weg" die Heiligkeit als eine Perspektive für alle vorstellte, erschien einigen geradezu als revolutionär. Der Papst erkannte aber die Sichtweise der französischen Ordensfrau als richtig an. Schließlich gelten Jesu Ruf und Gnadenangebot ja allen, nicht nur einer Handvoll religiöser Spezialisten. Theresias "Kleiner Weg" und seine Anerkennung durch die höchste Autorität der Kirche stellten und stellen eine ungeheure Ermutigung für die Christenheit dar. So ist es bis heute.

Was bedeutet der "Kleine Weg" in der besonderen Situation des Jahres 2021?, in einer Lage in Kirche und Welt, die mit Fragen und Unsicherheiten belastet ist? Auch in unseren Tagen hält der barmherzige himmlische Vater die Geschicke des Universums und im Speziellen seiner Kirche in seinen Händen. In manchen Veränderungen und Wechselfällen der Welt bleibt er sich gleich. Er ist der unveränderlich um unser höchstes Wohl, um unsere Seligkeit Besorgte, dem selbst nicht unsere kleinsten irdischen Nöte unbekannt sind und der uns mit seiner Liebe allzeit umschließt. In der Beständigkeit und Wirkkraft der Liebe Gottes gibt es nicht das leiseste Schwanken, nicht die kleinste Unsicherheit. Allein diese Liebe Gottes hat Kirche und Welt bis heute vor der Zerstörung gerettet und wird sie auch in Zukunft erhalten - bis der Sohn Gottes einst auf den Wolken des Himmels wiederkehrt. In ihm, in Jesus Christus, ist im Auftrag des himmlischen Vaters die Offenbarung unseres Glaubens unüberbietbar erfolgt. Und weil Gott selbst unveränderlich ist, gibt es an diesem katholischen Glauben keine Abstriche. Auch er ist ja Ausdruck seiner ewigen Liebe. Ebenso ist die Sittenlehre der Kirche, die sich aus diesem Glauben ergibt, dem ändernden Zugriff des Menschen entzogen, wenn sie auch immer wieder auf neue Zeitsituationen angewendet werden muss. Aufgrund all dessen bleibt der ewige, barmherzige Gott unser festes Felsenfundament auch in der Zukunft. Das gläubig zu wissen, sich daran zu erinnern, tut einfach gut. An der Hand dieses Gottes in kindlichem Vertrauen zu gehen ist unser Weg im Wechsel und Durcheinander unseres Lebens und der Welt - der "Kleine Weg". Wir dürfen immer wieder fröhlich aufbrechen in einen neuen Tag, eine neue Woche, ein neues Jahr. Wie wir uns als Kinder von Eltern und Großeltern führen ließen und keinen Zweifel daran hegten, dass wir unter ihrem Schutz beschützt seien, so und noch viel mehr darf es auch der Fall sein auf unserem Weg mit Gott. Er wird uns nie enttäuschen oder allein lassen. Das gibt uns Gelassenheit und Mut zum Durchatmen. Und durch die verlässliche Nähe Gottes, die wir erfahren dürfen sowie durch unser Vertrauen auf ihn ergibt sich für uns dann gleichsam eine Gemeinschaft mit dem ewigen Vater, die uns mit der Zeit in das Geheimnis der Heiligkeit hineinzieht. Wenn ich auf Gott in Liebe setzen kann, wächst ja auch meine Kraft zur Gestaltung meines Lebens und der Welt nach den Weisungen des Evangeliums.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen und Euch allen von ganzem Herzen ein gesegnetes Jahr 2021 in den Fußspuren unserer Patronin!

Mit priesterlichem Segen und mit lieben Grüßen an Sie und Euch in herzlicher Verbundenheit


Ihr / Euer

Klaus-Peter Vosen, Pfr.

(Diözesanpräses der Theresianischen Familienbewegung "OmniaChristo" in der Erzdiözese Köln)



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aktualisiert am: 06.01.2021

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