Monatsbrief 8/2019


 

Klaus-Peter Vosen, Pfr.
Diözesanpräses der Theresianischen Familienbewegung
„OmniaChristo“ in der Erzdiözese Köln
Schwalbengasse 12-14, 50667 Köln

Köln, am 1. August 2019
 

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Freunde,

in den Monat August fallen sowohl der Geburtstag (22. August) als auch der Beerdigungstag (2. August) des heiligen Louis Martin, des Vaters der heiligen Theresia von Lisieux. Der Vater hatte für sie ja bekanntlich eine ganz besonders große Bedeutung. Durch seine Liebe und Güte fand unsere Heilige den Zugang zu ihrem charakteristischen Glauben an den unvergleichlich guten Vater im Himmel. Sie selbst hat ihr „Väterchen“ zärtlich geliebt.

Deswegen ergibt sich die Frage an uns, die wir auf Theresias Spuren wandeln wollen: Welchen Stellenwert haben für uns eigentlich unsere Eltern? Bei manchen von uns leben sie beide noch oder wenigstens ein Elternteil. Sind wir ihnen dankbar, ehren und lieben wir sie so, wie es dem vierten Gebot entspricht? Sind wir ihnen gegenüber hilfsbereit, achten wir ihre Lebenserfahrung, beziehen wir sie in unser Leben ein? Und was, wenn die Eltern schon in der Ewigkeit sind? Das ist bei vielen von uns der Fall. Oft ist seit dem Tod von Vater oder Mutter schon viel Zeit vergangen. Denken wir dennoch an die Eltern, beten wir für sie, lassen wir für sie ab und zu heilige Messen feiern? Oder absolvieren wir nur noch unseren Grabbesuch an Allerheiligen oder Allerseelen?

Wir denken vielleicht noch an das Gebet, das wir als Kinder für unsere Eltern zu sprechen gelehrt bekamen:

„Die Eltern mein empfehl´ ich Dir,
behüte, lieber Gott, sie mir!
Vergilt, oh Herr, was ich nicht kann,
das Gute, das sie mir getan!“

Leben wir heute noch aus dem Geist dieses Gebetes - ob nun Vater und Mutter noch leben oder ob sie schon gestorben sind? Vermutlich werden viele sagen: ‚Ich hatte liebe, sehr gute Eltern.‘ Da müsste es uns eigentlich leicht fallen, ihnen diese Liebe zu vergelten.

Natürlich weiß ich, dass es auch problematische Eltern-Kind-Beziehungen, manchmal sehr schmerzliche Verwundungen und Verletzungen gegeben hat, von dem sich eine solche Beziehung ein Leben lang nicht erholt hat. Aber ist nicht hier etwa das Gebet für die Eltern besonders wichtig, damit mir von Gott die Heilung auch des ganz Schwierigen und Problematischen irgendwann möglich wird?

Vielleicht wird mancher Adressat dieses Briefes aber auch sagen: ‚Was will unser Diözesanpräses mit seinen Zeilen? Er schreibt nur etwas, was für mich eine Selbstverständlichkeit ist. Ich richte mich in meinem Leben ohnehin seit jeher nach dem, was er hier zu Papier bringt.‘

Wenn es sich so verhält, liebe Freunde, liebe Damen und Herren, dann ist es gut. Vielleicht sind Sie und seid Ihr weiter als ich. Ich bekenne demütig, dass ich manchmal dankbar bin für eine Erinnerung auch an das eigentlich Naheliegendste. Der Mensch ist ja vergesslich, und so viele Dinge strömen auf ihn ein, so dass manches einfach ganz in den Hintergrund des Gedächtnisses tritt. Meine Mutter starb 2015, das ist nicht so furchtbar lange her. Aber mein Vater wurde schon 1983 von Gott heimgerufen. Seitdem sind 36 Jahre vergangen. Da will manche Erinnerung verblassen. Ich bin froh, wenn Menschen und Dinge mir immer richtig von meinem Vater sprechen. Manchmal ist es ein Foto, manchmal ein Buch, das ihm gehörte, manchmal ein Datum, zum Beispiel sein Geburts- und Sterbetag. Da kann mir neu bewusst werden, was ich ihm verdanke und wer er gewesen ist. Ich denke seiner anders im Gebet und – ja, auch das: – ich bitte ihn darum, dass er beim lieben Gott ein gutes Wort für mich einlegt.

Möge der Gedanke an die heilige Theresia, ihre Eltern und ihre Familie uns den Wert einer guten Familie neu schätzen lehren und uns lehren, unsererseits alles zu tun, dass die Keimzelle der menschlichen Gesellschaft sich nach Gottes Willen gestaltet - bis über den Tod hinaus.

Liebe Freunde, ich darf an dieser Stelle (noch einmal) darauf aufmerksam machen, dass im Verlag „Media Maria“ in Kürze mein Buch über Léonie Martin, die Schwester unserer Heiligen, erscheint. Es ist überall im Buchhandel zu bekommen – natürlich auch am Festschriftenstand der Schwarzen Muttergottes in der Kupfergasse in Köln vom 1. bis 8. September dieses Jahres und in meinem Pfarramt Sankt Antonius, Unterdörnen 137, 42275 Wuppertal.

Ich wünsche mir sehr, dass das „Léonie“-Buch für viele eine große Ermutigung wird! Mit herzlichen Segenswünschen

Ihr und Euer

Klaus-Peter Vosen, Pfr.

(Diözesanpräses der Theresianischen Familienbewegung
"OmniaChristo" in der Erzdiözese Köln)


P.S.:
1) Hiermit möchte ich Sie alle wie schon im letzten Monatsbrief noch einmal für Sonntag, den 29. September 2019, ab 16.00h zu mir nach Wuppertal-Barmen einladen. Wir wollen den Gedenktag unserer Patronin am 1. Oktober zum Anlass für ein gemütliches Beisammensein und einen gegenseitigen Austausch bzw. ein gegenseitiges Kennenlernen aller Omnia-Christo-Mitglieder nehmen. Der Nachmittag endet mit der Abendmesse um 19.00h in St. Antonius. Ein Bus für die Hin- und Rückfahrt ab St. Maria in der Kupfergasse ist gebucht. Wer mitfahren möchte, melde sich bitte bei meiner Schwester im Pfarrbüro von St. Maria in der Kupfergasse.

2) Gerne bin ich in Ihren Anliegen und Fragen für Sie als Mitglieder von „Omnia Christo“ in Wuppertal-Barmen erreichbar. Hier meine Kontaktdaten:
Telefon: 0171 - 23 22 702
Fax: 0202 – 97 460 18
E-Mail: pastor@antonius-wuppertal.de
 



Theresianische Familienbewegung
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aktualisiert am: 23.08.2019

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