Quartalsbrief 4/2018


 

Klaus-Peter Vosen, Pfr.
Diözesanpräses der Theresianischen Familienbewegung
„OmniaChristo“ in der Erzdiözese Köln
Schwalbengasse 1, 50667 Köln

Köln, am Festtag der heiligen Theresia von Lisieux, den 1. Oktober 2018

 

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde,


Wenn ich in Lisieux bin, besuche ich gerne die Stätten, die dort im Leben der heiligen Theresia, unserer Patronin, wichtig gewesen sind.

Ich durchstreife den Garten der „Buissonnets“, des Hauses, das die Familie Martin bewohnt hat, ich verweile in der Marienkapelle in der Apsis der Pfarrkirche St. Pierre, wo Theresia die heilige Messe an Werktagen mitfeierte, und ich bete in der Kapelle des Karmelklosters, das in den letzten neun Jahren ihres irdischen Lebens ihre Heimat war. Wie die „Geschichte einer Seele“ erweist, in der die Heilige ihren Lebensweg mit Gott beschreibt, war ihr jeder Ort, an dem sie sich aufhielt, letztlich ein Ort der Gottesbegegnung. Selbstverständlich gilt das in besonderer Weise von den Kirchen. In den Tabernakeln hat ja der eucharistische Christus seine Wohnstätte aufgeschlagen. Gott hier anzutreffen, war Theresia eine unaufgebbare innere Notwendigkeit. Aber Theresia fühlte sich auch darüber hinaus von Gottes Nähe begleitet. Und selbst in den letzten 18 Monaten ihres Erdendaseins, da Er sich ihr zu entziehen schien - als sie in die „dunkelste Nacht der Seele“ getaucht war -, ahnte sie dennoch, dass Er nicht fern sein könne.

Jeder Ort, an dem wir sind, bietet auch uns wie ein Geschenk die Möglichkeit, Gott begegnen zu können. Auch uns erschließt sich seine Gegenwart natürlich sofort bei der heiligen Messe oder bei der Anbetung. Ihn in seiner sakramentalen Präsenz aufsuchen zu dürfen, ist ein großes Glück für uns. Kürzlich noch hat mich der Gedanke ergriffen, wie genial die Idee Gottes ist, sich in den vielen abertausend Tabernakeln dieser Welt finden zu lassen. Wir brauchen nicht - wie die Menschen anderer Religionen - tausende Kilometer zurückzulegen, um „den Ewigen zu treffen“ (der bei uns dann auch in der Tat „da“ ist!) Die Gegenwart Gottes im Sakrament auf Erden ist durch nichts mehr zu übertreffen. Deswegen ist die Sonntagsmesse ein fundamentaler Baustein unseres Lebens. So ist auch das Wort von der „Sonntagspflicht“ viel zu dürftig - es geht hier um Liebe und Gegenliebe. Aber wir fallen auch dann nicht aus der Gegenwart Gottes hinaus, wenn wir aus der Kirche in unseren Alltag zurückkehren. „Trouver dans ma vie ta présence, tenir une lampe allumée“, heißt es in einem französischen Kirchenlied. „Deine Gegenwart, oh Gott, in meinem Leben zu entdecken, ein helles Licht festzuhalten“ - das ist in der Tat entscheidend. In allen hellen und dunklen Situationen, an allen Orten, wo wir gehen und stehen, in allen Begegnungen mit anderen Menschen, in allen Freuden, Herausforderungen und Leiden unseres Lebens ist Gott verborgen – mit seiner Liebe und Güte, seinem Ruf, seinem Bemühen, uns und andere auf das ewige Leben vorzubereiten, das schon hier und jetzt beginnt.

Um diese Gegenwart Gottes aufzudecken, brauchen wir ein helles Licht, das Licht, mit dem die Jungfrauen im Evangelium dem Herrn entgegen gehen. Es ist das Licht der Wachsamkeit, des Lauschens auf Gottes Botschaft, auf seine oft leise Stimme, mit der Er zu uns spricht; es ist das Licht liebender Aufmerksamkeit und demütiger Bitte, Ihn doch nicht zu verfehlen….

Wenn auf diese Weise unser Leben immer neu zu einem Leben in Gottes Nähe wird, dann gewinnt das Wort vom hellen, brennenden Licht aber auch eine andere Bedeutung für uns. Dann wird die innere Gewissheit, von der Liebe Gottes umschlossen zu sein, unser Leben auch in diesen finsteren Tagen nicht völlig in den Abgrund gleiten lassen, weil wir die Überzeugung von seiner Anwesenheit wie eine brennende Fackel hochhalten - auch dann, wenn Er sich zu „verstecken“ scheint…

Bei unserem alltäglichen Leben „auf Gottes Spur“ möge Er uns segnen!

Das wünscht Ihnen und Euch mit herzlichen Grüßen und in treuer Verbundenheit
Ihr

Klaus-Peter Vosen, Pfr.

(Diözesanpräses der Theresianischen Familienbewegung
"OmniaChristo" in der Erzdiözese Köln)



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aktualisiert am: 16.10.2018

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