Quartalsbrief 4/2017


 

Klaus-Peter Vosen, Pfr.
Diözesanpräses der Theresianischen Familienbewegung
„OmniaChristo“ in der Erzdiözese Köln
Schwalbengasse 1, 50667 Köln

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Freunde,

in der Erlebniswelt unserer Patronin, der heiligen Theresia von Lisieux, spielen Blumen und Tiere eine große Rolle. Unsere Heilige ist in großer Naturverbundenheit aufgewachsen: Ihre Familie besaß in Lisieux einen großen Garten, die Kinder begleiteten den Vater auf seinen Streifzügen durch die Umgegend ihres Wohnortes, eine Landschaft mit viel Grün, Wäldchen, Feldern und kleinen Flüssen. Schon als Kind durfte sich Theresia in den Ferien auch am Anblick des blauen, unermesslichen Meeres erfreuen. Und es gab bei den Martins Haustiere: eine zahme Elster, ein kleines Lamm (das aber nur ganz kurz lebte), vor allem aber Tom, den treuen Hund.

Tom war ein Spaniel, weiß mit schwarzen Flecken, den 1884 Louis, der Vater, mitgebracht hatte, ein sehr treuer und lieber Spielgefährte für die jüngsten Martin-Töchter. Theresia hatte er offenbar besonders in sein Herz geschlossen. Man kann sich gut vorstellen, wie gut diese in ihrer liebevollen Art mit Tom umging - und der Hund vergaß ihr das nie. Am 9. April 1888 trat die Heilige des Rosenregens in das Karmeliterinnenkloster an der damaligen Rue de Livarot (heute Rue du Carmel) in Lisieux ein, als dritte ihrer Schwestern. Als Louis Martins Gesundheit immer mehr nachließ, und er zeitweise in einer Anstalt betreut werden musste, wurde der Haushalt im schönen Anwesen „Les Buissonnets“ der Martins aufgegeben. Von den dortigen Einrichtungsgegenständen kamen einige in Theresias Kloster. Als man sie durch die Straßen Lisieuxs fuhr, um sie dort abzugeben, setzte Tom es sich in den Kopf, den Wagen mit den Möbeln zu begleiten. Vor der von ihm neugierig betrachteten Kulisse des Klosters kam dann die große Stunde des Spaniels: Er nahm Witterung auf und stürmte los. Keinem blieb Zeit, dem Hund zu erklären, wo die strenge Klausur begann, die außer den Ordensschwestern nur der Heilige Vater und diejenigen, denen dieser es ausdrücklich erlaubt hatte, betreten durften. Tom war schon längst im verbotenen Bereich und stellte fest, dass seine feine Nase ihn nicht getrogen hatte. Er fand Theresia, obwohl sie mit ihrem Gewand und ihrem Schleier ganz anders aussah als früher, in der Zeit, da sie beide noch durch den Garten der „Buissonnets“ getollt waren. Der Hund sprang an seiner alten Freundin hoch, leckte ihr als Zeichen der Zuneigung durchs Gesicht und wusste mit seiner Freude gar nicht wohin. So groß waren seine Treue und Dankbarkeit. Theresia aber war von Toms Liebe tief bewegt, und sie wäre nicht Französin gewesen, wären ihr nicht ein paar Tränen gekommen.

Eine nette Geschichte, die man Kindern gut erzählen kann, aber warum habe ich Ihnen, sehr verehrte, liebe Damen und Herren, liebe Freunde, von Tom berichtet? Weil ich glaube, dass dieser liebenswerte Spaniel auch uns erwachsenen Christen etwas vorgemacht hat. Tom ruft uns zu dankbarer Treue auf. Haben nicht wir auch eine Menge Menschen erlebt, denen wir vieles verdanken, die uns Achtung, Wertschätzung, Liebe und Zuwendung schenkten und schenken? Manche von ihnen leben nun schon in der anderen Welt jenseits des Todes, aber was sie für uns taten - Eltern, Freunde, Lehrer, Priester, Ordensschwestern - hat uns erst so recht zu dem werden lassen, der (oder die) wir heute sind. Andere sind Gott sei Dank noch unter uns. Sind wir ihnen dankbar genug - und zeigen wir das auch? Vergelten wir ihre Treue, die sie uns zuteilwerden ließen, mit unserer dankbaren Treue? Wir hätten wohl Veranlassung dazu. Öfter wird uns erst in der Rückschau nach manchen Jahren bewusst, wieviel Gutes uns andere vermittelten. Können wir ihnen auch noch Dankbarkeit bezeigen und ihnen unsere Treue erweisen? Jawohl, es bleibt uns die Möglichkeit liebenden Gedenkens im fürbittenden Gebet. Daran erinnert uns in besonderer Weise bald ja auch der Monat November wieder. Die heilige Messe für unsere Toten und das Gebet für die Verstorbenen sind uns als katholische Christen unverzichtbar. Auch die heilige Theresia und ihre heiligen Eltern haben diese Gnadenmittel hochgeschätzt. Also: Seien wir treu und dankbar den Mitmenschen gegenüber bis über den Tod hinaus!

Treue und Dankbarkeit muss aber in noch weit stärkerem Maße dem ewigen Gott gelten, der uns erschaffen und erlöst hat, der uns führt, durch sein Wort, begnadet durch seine Sakramente und durch viele, viele Gnaden, mit denen er uns auf unserem Lebensweg stärkt. Nicht immer können wir seine Liebe erkennen, manchmal verbirgt sie sich unter harten und bitteren Dingen, die wir zu ertragen haben. Aber sie ist ganz gewiss da - wie die Sonne hinter den Wolken eines dunklen Herbsttages. Werden wir daran nicht irre. Und denken wir an ein Wort, das der verstorbene Papst Johannes Paul I. gern gebrauchte: „Der Herr zerstört nie die Freude seiner Kinder, es sei denn um ihnen eine größere und gewissere zu schenken!“ Ein tiefes, nachdenkenswertes verheißungsvolles Wort!

Am Ende meines Rundbriefes möchte ich aber noch eine geistliche Freude mit ihnen teilen: Vom 14. bis 19. Juni 2018 besucht ein Schrein mit den Reliquien der heiligen Zélie und Louis Martin Köln und Düsseldorf. Ich bin sicher, dass Sie dieser Besuch, der auf Bitten der Theresianischen Familienbewegung OmniaChristo erfolgt, als Angehörige der „Gruppe Louis und Zélie Martin“ ganz besonders freuen wird. Wieviel Segen wird Gott hier für Alt und Jung, für Familien und Alleinstehende bereithalten! Wieviel Gnaden für jeden einzelnen von uns! Ein genaues Programm der Tage des Reliquienbesuchs mit heiligen Messen, Andachten und Beichtgelegenheiten wird Ihnen zugehen, sobald es fertig ist. Merken Sie sich die Zeitspanne, die oben angegeben ist jedenfalls schon einmal vor!

Und last but not least - lade ich Sie herzlich zu unserem nächsten Einkehrtag ein: am Samstag,
den 18. November 2017.

So grüßt und segnet Sie/Euch von Herzen
Ihr/Euer

Klaus-Peter Vosen, Pfr.

(Diözesanpräses der Theresianischen Familienbewegung
"OmniaChristo" in der Erzdiözese Köln)

 

Oktober 2017

 



Theresianische Familienbewegung
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aktualisiert am: 01.11.2017

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