Quartalsbrief 1/2017


 

K.-P. Vosen, Pfr.
Diözesanpräses der Theresianischen Familienbewegung
"OmniaChristo" in der Erzdiözese Köln
 

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Freunde,

die heilige Zélie Martin, die Mutter unserer Patronin, der heiligen Theresia von Lisieux, schrieb an ihren Bruder Isidore, der damals in Paria studierte, am Neujahrstag 1863 folgende Zeilen:

„Mein lieber Bruder!

Ich wünsche Dir aus ganzem Herzen ein gutes neues Jahr und Erfolg in Deinen Unternehmungen! Ich bin sicher, daß Du Erfolg haben wirst, wenn Du willst. Das hängt allein von Dir ab; denn Gott behütet alle, die ihm vertrauen. Es hat noch nie auch nur einen einzigen gegeben, den er verlassen hätte.

Wenn ich bedenke, was der gute Gott, dem ich ganz vertraue und dessen Händen ich die Sorge für all meine Geschäfte übergeben habe, für mich und meinen Gatten getan hat, kann ich nicht daran zweifeln, dass seine göttliche Vorsehung mit besonderer Sorge über seinen Kindern wacht. …“

Das ist ein guter, ermutigender Neujahrswunsch. Wir dürfen ihn uns alle gesagt sein lassen. Er ist erfahrungsgesättigt und deswegen zeugnishaft: Die heilige Zélie spricht davon, wie sehr sie und ihr Gatte, der heilige Louis Martin die Gnadenhilfe des guten Gottes erfahren haben. Ein Zeugnis voller Dankbarkeit! Zélie und Louis vermochten diese Lebensüberzeugung an ihre Kinder weiterzugeben, und sicher lag deswegen auch in solcher Glaubensgewissheit ihrer Eltern eine Voraussetzung dafür, dass Theresia ihre geistliche Lehre vom „Kleinen Weg“, der vertrauensvollen Lebensgestaltung der Christen an der Hand des himmlischen Vaters entwickelte.

Vielleicht möchten wir bei Zélies Worten an der Stelle protestieren, an der sie sagt: „Ich bin sicher, daß Du Erfolg haben wirst, wenn Du willst“. Haben nicht später manche schlimmen Leiden im Leben dieser Frau das Gegenteil bewiesen, vor allem eine voranschreitende schwere Krankheit, die ihren vorzeitigen, schmerzlichen Tod verursachte, bei dem sie ihren geliebten Mann und fünf Kinder zurücklassen musste. Das jüngste von ihnen war damals erst viereinhalb Jahre alt! Aber Zélie hat nicht erst, nachdem sie ihre Zeilen niederschrieb, das Leiden kennengelernt, es war ihr schon lange vertraut. Als kleines Mädchen bereits hat es an ihr Leben angeklopft, vor allem durch eine rauhe und harte Mutter, die der Tochter nicht einmal eine kleine Puppe zugestand. Wenn Zélie also ihre obigen Worte niederschreibt, weiß sie sehr wohl schon, wie es im Leben zugehen kann. Kann sie jedoch gerade dann ernstlich behaupten, dass derjenige, der auf Gott vertraut, Erfolg haben wird – dass das nur eine Frage des eigenen Willens ist? Liebe Damen und Herren, das hängt davon ab, was wir unter Erfolg verstehen. Zélie meint sicher nicht, dass dem gläubigen Menschen alle Schwierigkeiten erspart bleiben. Gottes Verheißung an uns ist nicht in erster Linie irdisches Wohlbefinden und innerweltliches Lebensglück, sondern die ewige Seligkeit. Auf dem Weg dorthin erleben wir manche und schwere Prüfungen. Gott räumt sie uns nicht aus dem Weg, aber er geht an unserer Seite mit uns durch sie hindurch – als treuester, allmächtiger Schützer und Weggefährte. So wird man das eigene Leben in der Gemeinschaft mit ihm auch in Not und Bedrängnis meistern und bestehen können – so, dass es den Menschen dem Himmel näher bringt. Das ist es, worauf es letztlich ankommt, darin liegt für Zélie im letzten der „Erfolg“. Dafür ist sie Zeugin.

Wenn wir den obigen Neujahrswunsch auch auf uns selbst beziehen, so führt er zugleich dazu, dass wir uns über die wahre Rangfolge der Dinge neu Rechenschaft geben, dass wir vielleicht eine Kurskorrektur vornehmen. Und das wäre ja zu Beginn des neuen Jahres auch nicht schlecht. …

Stellen wir das gerade begonnene 2017 auch unter den Segen der heiligen Jungfrau, die Gottes getreue Sachwalterin und uns Fürsprecherin und Vorbild ist. Das neue Jahr ist ein Marienjahr schon deshalb, weil genau 100 Jahre seit den Erscheinungen der Gottesmutter in Fatima vergangen sind. Hören wir, was die heilige Zélie in ihrem Neujahrsbrief an ihren Bruder 1863 über Maria schreibt: „Du wohnst ganz nahe bei der Kirche Notre-Dame des Victoires. Geh nur einmal am Tag hinein und bete ein Ave Maria zur Heiligen Jungfrau. Du wirst sehen, dass sie Dich ganz besondere Weise beschützen wird; dass sie Dir in dieser Welt Erfolg und danach ewige Glückseligkeit gibt. Was ich Dir da sage, ist meinerseits keine übertriebene Frömmigkeit, entbehrt auch nicht jeglicher Grundlage. Ich habe alle Ursache, der Heiligsten Jungfrau zu vertrauen: Durch sie empfing ich Gnaden, die mir allein bekannt sind“.


So grüßt und segnet Sie/Euch von Herzen Ihr/Euer

Klaus-Peter Vosen

Diözesanpräses der Theresianischen Familienbewegung "OmniaChristo" in der Erzdiözese Köln

Januar 2017
 



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aktualisiert am: 06.04.2017

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