Rorate-Messe


Was ist das? (Folge 80)

 aus der Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln, 50/2004, 10.12.2004, S.10


In der Adventszeit taucht die Bezeichnung in Pfarrnachrichten und Gottesdienstordnungen auf:
Rorate-Messe.

Ursprünglich wurde damit eine Votivmesse zu Ehren der Muttergottes an den Samstagen im Advent bezeichnet. Später benutzte man mancherorts diesen Namen für alle Werktagsmessen im Advent. Der Name kommt aus dem Lateinischen, aus dem Eröffnungsvers (Introitus) dieser Votivmesse: „Rorate caeli desuper...", uns in der Übersetzung besser bekannt als „Tauet ihr Himmel von oben, Wolken regnet ihn herab." Ein Wort des Propheten Jesaja. Weil in diesen Roratemessen immer der Abschnitt aus dem Lukasevangelium von der Verkündigung durch den Engel an Maria vorgelesen wurde, nannte man diese Messen oft auch „Engelamt". Auch nach der Liturgiereform können die Roratemessen weiterhin bis zum 17. Dezember gefeiert werden: Danach sind besondere Messformulare vorgeschrieben.

Roratemessen waren beim Volk Gottes sehr beliebt. Seit dem 16. Jahrhundert sind sie bezeugt. Auch heute noch gibt es Pfarreien, wo mit großer Beteiligung in aller Hergottsfrüh dieser Gottesdienst gefeiert wird. Ihn durchzieht eine Spur von vorweihnachtlicher Sehnsucht und Freude. Die Dunkelheit beim Gang zur Kirche ist ein eigenes Erlebnis. Oft wurden Kerzen und Laternen mitgenommen. Die Rorate-Messe begann immer mit dem Lied „Tauet Himmel den Gerechten". Der Schritt am Ende des Gottesdienstes hinein in das Frühlicht eines anbrechenden Dezembertages ist bis heute ein eigentümliches Zeichen der Adventserwartung.

„Der Herr wird kommen so sicher wie das Morgenlicht" heißt es einmal in den Gebeten der Christenheit.

Roratemessen am frühen Morgen sind ein Gleichnis für die menschliche Hoffnung auf Licht in der Dunkelheit.

EL

  

erstellt am: 10.12.04

Webmaster:  L. Valder