Aschermittwoch

aus der Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln, 8/2004, 20.2.04, S.10

Was ist das? (Folge 63)

Einst war es das für alle sichtbare Mal einer öffentlichen Kirchenbuße. Heute wird es von vielen als Mahnung an die Vergänglichkeit des irdischen Lebens verstanden: das Aschenkreuz. Es gibt dem Mittwoch nach Karneval bis heute seinen Namen: "Aschermittwoch". Mit den Worten "Gedenke, o Mensch, dass du Staub bist und wieder zum Staub zurückkehren wirst", empfangen die Gläubigen an diesem Tag das Kreuz. Die Asche ist aber auch ein Zeichen der Buße. Deshalb würde zur Spendung des Aschenkreuzes auch der Aufruf Jesu aus dem Markus-Evangelium passen: "Bekehrt euch und glaubt an das Evangelium!" Während der Brauch der öffentlichen Buße vor gut 1000 Jahren verschwand, hielt sich der Ritus der Aschenbestreuung.

Papst Urban 11. empfahl ihn auf einer Synode 1091 allen Gläubigen. Den Männern solle die Asche aufs Haupt gestreut, den Frauen mit Asche das Kreuz auf die Stirn gezeichnet werden.

Denn bereits Jesus habe den Brauch gekannt, "in Sack und Asche Buße zu tun" (vgl. Mt 11,21).

Mit dem Aschermittwoch beginnt die Fastenzeit. Sie wird seit der Neuordnung des Kirchenjahres auch als "Österliche Bußzeit" bezeichnet. Man will mit dem neuen Begriff verhindern, dass das "Fasten" überbetont werde, da die Vorbereitungszeit auf Ostern nur noch zwei strenge "Fast- und Abstinenztage" - Aschermittwoch und Karfreitag - kennt.

Zudem soll das Ostergeheimnis und die Vorbereitung darauf stärker in den Blick gerückt werden und dazu gehören neben dem Fasten auch die Werke der Liebe, der Gottesdienstbesuch und das Bekenntnis der eigenen Schuld.

Durch den allgemeinsprachlichen Gebrauch und wegen des wachsenden Bewusstseins, welchen Wert Fasten für Leib, Geist und Seele des Menschen hat, ist das Wort "Fastenzeit" aber viel stärker im Leben der Gläubigen verankert als die "Kunstschöpfung" "österliche Bußzeit".

Ursprünglich begann die Fastenzeit nicht am Aschermittwoch, sondern am darauf folgenden ersten Fastensonntag. Denn erst von diesem Tag an sind es exakt 40 Tage bis Gründonnerstag. Bei den Gläubigen wurde der Aschermittwoch jedoch im Bewusstsein volkstümlicher als mancher höhere Feiertag. Deswegen nahm man von einer reinen Zahlensymbolik Abstand und beginnt die Fastenzeit mit dem Aschermittwoch.

RAS

  

erstellt am: 9.3.04

Webmaster:  L. Valder