Osterbrief 2018


aus einem Missale Romanum



Osterbrief von Pfarrer Vosen
an die Wallfahrtsgemeinde


Liebe Pilger, liebe Freunde von St. Maria in der Kupfergasse,
liebe Brüder und Schwestern,

eines der staunenswertesten und großartigsten Zeugnisse der unermesslichen "Kreativität des Schöpfers sind Schmetterlinge. In mehr als 3.000 Arten kommen sie allein in Europa vor, weltweit existieren 150.000 Arten. Ihre Farbenpracht umgreift alle nur denkbaren Töne, und auf den Schmetterlingsflügeln gibt es manchmal zauberhafte Zeichnungen. Wer würde - wenn er es nicht wüsste - vermuten, dass zuvor eine kleine, relativ unscheinbare Raupe da gewesen ist, die sich dann in einem gesponnenen Kokon verpuppte und erst dann in wunderbarer Metamorphose zu dem faszinierenden, bunten Lebewesen wurde, das den Frühlingshimmel über Wiesen und Feldern bevölkert?

Wen wundert es, dass der Schmetterling aufgrund seiner atemberaubenden Entwicklung und Verwandlung zum Gleichnisbild für die Auferstehung wurde! Wenn wir einmal vor der armen Hülle eines verstorbenen lieben Menschen stehen, scheint das allem Anschein nach das Ende von allem zu sein. Da mögen, wie die heilige Theresia von Lisieux sie nennt, wie eine Versuchung die schwarzen Gedanken der Atheisten und Materialisten in uns aufsteigen, die behaupten: So, das war es nun also, Ende, fertig! Aber wenn wir diesen Anschauungen folgen würden, wären wir wie Menschen, die in der Natur die Raupe zum einen und den Schmetterling zum anderen zwar wahrnehmen, den Zusammenhang zwischen beiden aber nicht sehen. Das ewige Leben, die Auferstehung sind jedoch Wirklichkeiten, auch wenn unser kleiner Verstand versagen zu müssen glaubt. Sollte Gott, der Herrliches für ein Insekt, ein winziges Geschöpf im Universum, bewirkt, für den Menschen, der doch nach seinem Abbild erschaffen wurde, nicht Ähnliches und noch viel Größeres bewirken können? Dass er es tatsächlich tut, dafür ist uns dieAuferstehung des Gottessohnes selbst nach seinem Opfersterben am Kreuz ein sicheres Unterpfand.

In einer Zeit, die ihre Schwierigkeiten mit der religiösen Sinndeutung des Lebens insgesamt hat, ist das der Glaubensgrundsatz, der vor allen anderen verteidigt, verkündigt, erklärt, als höchste Kostbarkeit künftigen Generationen Übermacht werden muss: dass Jesus Christus, Gottes ewiger Sohn, nach drei Tagen aus eigener Kraft wirklich und wahrhaft von den Toten auferstanden ist. In ihm leben auch wir Menschen über den Tod hinaus, wenn wir uns gegen den Herrn nicht abschotten. Die "Überzeugung lassen wir uns nicht nehmen - und wir lassen es auch nicht zu, dass „kluge" Leute meinen, die Auferstehung als einen rein „geistigen Vorgang" deuten zu müssen. Auferstehung Christi ist ein historisches Ereignis, genauso real wie die erste Mondlandung oder die deutsche Wiedervereinigung. Wer an dieser größten Wahrheit, der Auferstehung, festhält, wird auch alle anderen Bestandteile des katholischen Glaubens bejahen können. Sie ist die letzte und größte Quelle all unserer Freude, Kraft und Zuversicht. Alleluja!

Herzlich grüßt Sie mit den besten Wünschen für Sie und Ihre Angehörigen zum hochheiligen Osterfest

Ihr

K.-P. Vosen
(Pastor an St. Aposteln / Seelsorger an St. Maria in der Kupfergasse, Köln)
 

 

aktualisiert am: 25.03.2018

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