Leben in der Pfarre

Weihnachtsbrief 2017

In jedem Jahr schreibt Pfarrer Klaus-Peter Vosen, Pfarrer der Wallfahrtskirche St. Maria in der Kupfergasse einen Weihnachtsbrief an seine Gottesdienstgemeinde.

Lesen Sie hier seinen Brief zum heiligen Weihnachtsfest 2017.



Liebe Christen, liebe Pilgerinnen und Pilger von nah und fern,

das Weihnachtsfest ist vielleicht der Tag im Jahr, der uns am stärksten an unsere Kindheit erinnert. Weihnachten zuhause - das war für die meisten von uns eine Art ungetrübtes Paradies, eine echte Wunderwelt. Es begann schon mit den Vorbereitungen, die von unseren Eltern mit manchem Geheimnisvollen umgeben gewesen sind. Wir nahmen viele Zeichen wahr, die uns darauf schließen ließen, dass das große Fest herannahte. Vorfreude erfüllte uns, und die Tage des Advents wollten kaum vergehen. Aber das Winterwetter draußen, die bunten, weihnachtlich dekorierten Schaufenster und vor allem die Adventslieder in der Kirche sprachen eine deutliche Sprache: Bald würde es soweit sein. Das Backen der Weihnachtsplätzchen und andere Vorbereitungen in der Küche zeigten an, dass man in die Zielgerade des Wartens kam. Wunschzettel an das Christkind wurden geschrieben, Weihnachtsgeschenke gebastelt.

Und dann
- endlich - war Heiligabend! Die feierliche Christmette in der Kirche, auf alle mögliche Weise verschönert, mit Chorgesang und Trompetenschall vor glänzender weihnachtlicher Kulisse, das Glöckchen, das zuhause das Zeichen der Bescherung gab, der schimmernde Lichterbaum, die ersehnten Geschenke, die mit großer Liebe aufgebaute Krippe, Weihnachtslieder, die frohen Gesichter unserer Lieben, Duft von Tanne, Pfefferkuchen und Festtagsschmaus -, Reminiszenzen von wundervollem Geruch und Geschmack. Weihnachten - eine einzige Freude und hohes Glück!

Mancher hat später auch andere Weihnachtstage erlebt, vielleicht allein, in der Fremde, in materieller Notlage, in Kummer und Sorge
- aber das kindliche Weihnachtserlebnis ist uns unverlierbar geblieben.

War alles Sentimentalität und vielleicht sogar nur Kitsch, woran wir da gedanklich hängen? Nein, denn der Kern war ja eines der größten Glaubensereignisse, die wir kennen: die Menschwerdung des Sohnes Gottes selbst! Auch die menschliche Ausgestaltung von deren Feier hat ihren Wert, weil es nicht um ein Abstraktum geht, sondern Gott ja gerade in diese Welt mit all ihren Dingen hinabgestiegen ist.

Und ein besonderer Wert unseres kindlichen Weihnachtserlebnisses liegt meines Erachtens noch an anderer Stelle: Wenn wir
uns hier an ein kleines Paradies erinnern, kann uns deutlich werden, was die Menschwerdung Gottes eigentlich bewirken will: Sie möchte uns zur himmlischen Glückseligkeit führen. Gottes Sohn wurde Mensch, damit wir einmal auf ewig bei Gott im Himmel leben können. Auf dem Weg dorthin sind uns die Gebote der Gottes- und Nächstenliebe als sichere Orientierungsmarken gegeben. Die Geborgenheit, die wir als Kinder am Weihnachtsabend im Kreis unserer Lieben wohl in besonderem Maße erfuhren, wird am Ziel unseres Weges noch um ein Unendliches überboten werden, wenn uns die Liebe Gottes bergend umschließt, und wir dort manchen wiederfinden, der uns lieb und teuer war. Wenn wir die Dinge aus dem Glauben heraus so sehen, macht uns die Erinnerung stark für unseren weiteren Weg.

In diesem Sinne eine gesegnete Weihnacht Ihnen und Ihren Lieben - und Gottes segenvolle Begleitung auch für 2018 wünscht Ihnen von Herzen

Ihr
Klaus-Peter Vosen, Pfarrer an St. Aposteln,
Seelsorger an St. Maria in der Kupfergasse in Köln
 

 

aktualisiert am: 17.12.2017

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